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Portugal (Europa)

Portugal
Portugal (amtl. República Portuguesa) ist ein europäischer Staat im Westen der iberischen Halbinsel. Im Westen und Süden wird es vom Atlantischen Ozean, im Osten und Norden von Spanien begrenzt. Zum portugiesischen Staatsgebiet gehören die Inseln der Azoren und Madeira (mit Porto Santo). Westlich der Hauptstadt Lissabon liegt Cabo da Roca, der westlichste Punkt des europäischen Festlandes. Der Name Portugal entstammt dem Namen der Siedlung Cale im Delta des Flusses Rio Douro. Cale könnte ein griechisches Wort sein (Kalles = schön) und sich auf die Schönheit der Natur im Norden des heutigen Portugal beziehen, das die Griechen in der Antike kolonisierten. Andere Historiker meinen, dass Cale phönizischen Ursprungs ist, da die Phönizier Portugal schon vor den Griechen besiedelten. Als das heutige Portugal zum Römischen Imperium gehörte, wurde Cale ein wichtiger Hafen, auf Lateinisch Portus Cale. Im Mittelalter wurde Portus Cale zu Portucale, später Portugale, wobei dieses Wort im 7. und 8. Jahrhundert nur die nördlichen Teile des Landes bezeichnete, also die Region zwischen den Flüssen Rio Douro und Rio Minho. Andererseits verkürzte sich der Name Portus Cale zu Porto, der zweitwichtigsten Stadt, die deshalb voller Stolz als Namensgeber des Landes bezeichnet wird.

Geographie
Der Norden Portugals hat ein relativ kühles und feuchtes Klima und besteht aus zwei traditionellen Provinzen oder Landschaften: Der Minho im Nordwesten gehört zu den am dichtesten besiedelten Gegenden des Landes. Die größten Städte des Minho sind Braga und Viana do Castelo. Der Minho wird wegen seines Klimas und der vergleichsweise üppigen Vegetation als der grüne Garten Portugals bezeichnet. Auf den Hängen der zahlreichen Flusstäler wird vor allem Wein angepflanzt, der zum berühmten Vinho Verde weiterverarbeitet wird. Daneben gedeihen viele Gemüsesorten. Die natürliche Vegetation ist eine Mischung aus der Flora der gemäßigten Klimazone und der subtropischen Flora, je nach Höhenlage gibt es Eichen oder Kastanien bzw. Pinien und Olivenbäume. Im Nordosten liegt Trás-os-Montes (Hinter den Bergen). Dies ist die dem Meer abgewandte Seite Nordportugals, die sehr gebirgig ist und deshalb sehr kalte Winter und sehr heiße Sommer hat. Die Vegetation ist bedeutend weniger üppig als im Minho und sie fällt umso spärlicher aus, je mehr man sich der Grenze zu Spanien nähert. Beiden Provinzen ist gemein, dass ihre Gebirgsmassive, wie z. B. Marão oder Peneda-Gerês von zahlreichen Flüssen, wie der Rio Minho (Grenzfluss zu Spanien) oder der Rio Douro, durchschnitten werden. Im Norden Portugals liegt der Nationalpark Peneda-Gerês, das bedeutendste Schutzgebiet des Landes. Dort existieren noch Restbestände naturbelassener Wälder, in denen sich insbesondere die immergrüne Steineiche findet. Bedeutende Städte des Nordens sind Porto, Vila Nova de Gaia, Matosinhos, Braga, Vila Real und Bragança. Mittelportugal ist größtenteils hügelig bis gebirgig und hat mit der Serra da Estrela ein bedeutendes Gebirge mit Skigebiet. Der höchste Berg ist der Torre mit 1.993 m. Er ist die höchste Erhebung Kontinentalportugals. Die wichtigsten Landschaften sind die Beira, der Ribatejo (die Tejo-Ebene mit Beinamen Garten Lissabons), die Estremadura sowie die Mündung des Tejo in den Atlantik. Die gesamte Region ist sehr fruchtbar und hat ein für den Weinanbau optimales Klima, so dass die Tradition des Weinbaus hier bis zu den Römern zurückreicht. Daneben werden Getreide, Reis, Sonnenblumen und Gemüse angebaut. Die Region wird durch den Tejo zweigeteilt. Überschwemmungen, die früher den Ribatejo regelmäßig heimsuchten, kommen seit dem Bau zahlreicher Staudämme nicht mehr vor. Die wichtigsten Städte Mittelportugals sind Lissabon, Aveiro, Sintra, Coimbra, Viseu, Leiria, Castelo Branco sowie Santarém. Der Süden Portugals setzt sich aus den drei Landschaften Terras do Sado, Alentejo und Algarve zusammen. Die Oberfläche der gesamten Region ist eben bis hügelig und hat ein trockenes und heißes Klima. Der Alentejo, die frühere Kornkammer Portugals, ist heute nur dünn besiedelt und von Abwanderung gekennzeichnet, weitläufige Getreidefelder mit Olivenhainen und Korkeichen dominieren die Landschaft. Zum Getreide kommen Weinanbau und in zunehmenden Maße auch Sonnenblumen als Hauptprodukte. Die Wiesen sind im Frühling mit Blumen übersät, die als Weiden für Schafe dienen. Zum wirtschaftlichen Niedergang tragen nicht zuletzt auch immer länger werdende Trockenperioden bei, denen man mit dem Bau von Staudämmen zu begegnen versucht. Nicht einheimisch, aber immer häufiger anzutreffen, sind Pflanzungen von Eukalyptus, die allerdings wegen der hohen Brandgefahr, die von diesen Bäumen ausgeht, umstritten sind. Die südlichen Küstenregionen sind dazu häufig von Kiefernwäldern bewachsen. Daneben finden sich zahlreiche Palmenarten, von denen aber nur die Zwergpalme einheimisch ist. Die Algarve markiert die gesamte Südküste des Landes und ist mit ihren hübschen Städten, den Steilküsten und Sandstränden zu einem beliebten Feriendomizil geworden, was die üblichen negativen Begleiterscheinungen des Massentourismus mit sich gebracht hat. Die größten Städte Südportugals sind Portalegre, Évora, Beja sowie Faro und Lagos. Der wichtigste Fluss ist der Rio Guadiana, der zweimal auf längeren Strecken auch die Grenze zu Spanien markiert. An die große sommerliche Hitze angepasst sind zahlreiche sukkulente Pflanzen. Zu Portugal gehören weiterhin die beiden Inselgruppen Madeira (Holzinsel) und Azoren (Habichtsinsel) im Atlantik. Sie sind, bis auf die Azoreninsel Santa Maria, vulkanischen Ursprungs. Die Inselgruppe Madeira hat aufgrund ihrer Lage vor der afrikanischen Küste eine teils tropische, teils subtropische Vegetation. Der höchste Berg Portugals befindet sich auf den Azoren (Ponta do Pico, 2.351 m). Die wichtigsten Flüsse Portugals sind der Tejo, welcher in Spanien unter dem Namen Tajo entspringt, der Douro (spanisch Duero) und der Mondego, wobei letzterer der längste Fluss ist, der nur durch Portugal fließt.

Fauna
Die Tierwelt Portugals unterscheidet sich nur unwesentlich von der Spaniens. Vereinzelt leben hier noch Wölfe; der nur auf der iberischen Halbinsel verbreitete Pardelluchs ist dagegen in Portugal nahezu ausgestorben, nur noch selten werden Einzeltiere angetroffen, die vermutlich über die Grenze mit Spanien eingewandert sind. Ansonsten finden sich Wildkatzen, Füchse, Wildschweine, Hirsche, wilde Ziegen sowie Wildkaninchen. Da Portugal auf der Zugvogelroute nach Afrika liegt, lassen sich zahlreiche Vögel beobachten, darunter insbesondere im Süden auch Flamingos; Steinadler leben und jagen in den Küstengebieten. Im Landesinneren kommen auch verschiedene Schlangen und Skorpione vor.

Bevölkerung
Portugal ist, jedenfalls bezogen auf die alteingesessene Bevölkerung, in sprachlicher, ethnischer und religiöser Hinsicht ein sehr homogenes Land. Die portugiesische Sprache wird im ganzen Land gesprochen, und nur in den Dörfern von Miranda do Douro wird ein dem Asturischen zugeordneter Dialekt (Mirandes) gesprochen, der als Minderheitensprache anerkannt wird. Die große Mehrheit der Portugiesen bekennt sich zum römisch-katholischen Glauben. Für lange Zeit war Portugal ein Auswanderungsland; wichtige Zentren der portugiesischen Kultur gibt es vor allem in Frankreich, wo allein 600.000 Portugiesen leben, aber auch in vielen anderen Staaten. Andererseits war Portugal schon während der Unabhängigkeitskriege seiner Kolonien Zielland für Einwanderer aus den kolonisierten Regionen. Seit dem Beitritt Portugals zur Europäischen Union und dem damit verbundenen politischen und wirtschaftlichen Wandel ist Portugal verstärkt zu einem Einwanderungsland geworden, wobei die Herkunftsländer der Zuwanderer vor allem in Afrika (Angola, Kap Verde), Südamerika (Brasilien) sowie Osteuropa (Russland, Ukraine, Moldawien) liegen. Ausländer in Portugal mit ihren Herkunftsländern. Alle portugiesischsprachigen Länder sind in grünen Farbtönen gehalten. Ende 2003 lebten etwa 250.000 ausländische Staatsangehörige in Portugal. Diese stammen zu mehr als der Hälfte aus anderen portugiesischsprachigen Ländern, sind meist katholischen Glaubens und haben auch einen ähnlichen kulturellen Hintergrund. Etwa ein Viertel der Ausländer, die in Portugal leben, sind Europäer - teils sind sie Dauerurlauber, die in Portugal ihre Pension verbringen. Ein gewichtiger Anteil sind auch Rückkehrer, also Portugiesen, die aus Portugal ausgewandert waren und mit fremder Staatsbürgerschaft zurückgekehrt sind. Somit kennt Portugal das Phänomen, Zuwanderer mit komplett unterschiedlicher Sprache und Kultur integrieren zu müssen, wie beispielsweise Deutschland, nicht. Auf zehn Portugiesen kommt statistisch gesehen ein Bürger nicht-portugiesischer Herkunft (viele davon mittlerweile mit portugiesischem Pass). Die ausländische Bevölkerung lebt zu mehr als der Hälfte in Lissabon, davon abgesehen konzentriert sie sich auf die Stadtgebiete an der Küste. Im Hinterland liegt der Anteil bei unter 0,5 %. Die dichteste Besiedelung weist ein Küstenstreifen von der spanischen Grenze im Norden bis in die Gegend um Lissabon auf. Während in diesem Streifen 70 % der Bevölkerung leben, sind das Hinterland und der Süden Portugals sehr dünn besiedelt. Mehr als 10 % der Bevölkerung entfällt auf zwei Städte (Lissabon und Porto), während mehr als die Hälfte in Orten unter 2.000 Einwohnern lebt. Der Trend geht in Portugal in Richtung Verstädterung. Innerhalb Portugals gibt es starke Migrationsbewegungen, wobei die Wanderungsbewegungen aus den Regionen des Hinterlandes in Richtung der Zentren von Industrie (Lissabon, Porto) und Tourismus (Algarve, Madeira und Azoren) gehen.

Kultur
Portugal wird manchmal auch als Land der Poeten bezeichnet. In der portugiesischen Literatur hatte die Poesie immer einen stärkeren Einfluss als die Prosa. Im Mittelalter, als die portugiesische Nation entstand, war im Nordwesten der iberischen Halbinsel die Poesie sehr verbreitet und brachte exzellente epische wie lyrische Werke hervor. Während die bekanntesten klassischen Poeten Luís de Camões und Fernando Pessoa sind, so gibt es eine Reihe weiterer, weniger bekannter Künstler, die auf die moderne portugiesische Literatur jedenfalls auch bedeutenden Einfluss haben. Die Prosa entwickelte sich später als die Poesie und prägte sich erst im 14. Jahrhundert in der Form von Chroniken oder der Beschreibung des Lebens von Heiligen heraus. Hier ist Fernão Lopes der berühmteste Vertreter; er verfasste eine Chronik der Regentschaften von drei Königen seiner Zeit. Für ihn waren Genauigkeit der Darstellung sowie eine lebhafte Schilderung am wichtigsten. International ist die portugiesische moderne Literatur am bekanntesten, besonders mit den Werken von José Maria Eça de Queiroz und dem Nobelpreisträger für Literatur 1998, José Saramago. Die portugiesische Küche ist mannigfaltig, weil die Portugiesen viele Dinge in ihre Kochtraditionen aufnahmen, die sie auf ihren Entdeckungsfahrten kennenlernten. In jeder Region Portugals gibt es eigene Spezialitäten, mit verschiedenen Fleisch- und Fischsorten oder Meeresfrüchten. Eine wichtige Rolle in der Portugiesischen Küche spielt der Bacalhau - man kann dies mit der Tradition einer Seefahrernation begründen, ohne das Phänomen dieser Liebe ganz zu verstehen. Die Portugiesen sind nicht nur der weltgrößte Konsument (pro Jahr und Person werden durchschnittlich 7 Kilo ungewässerter und 15 Kilo gewässerter Bacalhau verzehrt), sie kennen auch die originellsten Zubereitungsarten. Er wird roh gegessen, mariniert, gegrillt, gekocht, man verarbeitet ihn in Suppen, Salaten, Vorspeisen (Pastel de Bacalhau), Hauptgerichten und sogar Desserts. So wird gesagt, dass es in Portugal für jeden Tag des Jahres ein Bacalhaurezept (365) gibt - Experten sprechen sogar von mehr als 1001 Rezepte, die von deftiger Hausmannskost bis zu erlesener Haute Cuisine reichen. Sardinhas Assadas, gegrillte Sardinen sind in ganz Portugal ein wichtiges, traditionelles Essen. Am 13. Juni, dem Feiertag von Antonius von Lissabon des Schutzpatron der Stadt, sind die gegrillten Sardinen ein wichtiger Teil der Feiern. Caldo verde ist eine Grünkohl-Kartoffelsuppe aus einem speziellen portugiesischen Kohl (Couve-galega), die typischerweise mit Broa (Maisbrot) und Chouriço serviert wird. Rissóis de Camarão, kleine frittierte Pasteten mit einer Krabben- oder Muschelfüllung, sind eine Spezialität der Estremadura, die in ganz Portugal sehr beliebt ist. Pastel de Belém oder Pastel de Nata ist eine Spezialität aus Lissabon (Belém), eine Blätterteigtörtchen mit einer Sahne- und Eierfüllung. Inzwischen fanden die Pasteis de Belém über Macao, das bis 1999 portugiesische Kolonie war, auch eine weitere Verbreitung in China. Weitere Portugiesische Süßspeisen sind Arroz doce (Milchreis), Pudim flam (Karamellpudding) und Mousse au Chocolat. Durchweg sind Desserts in Portugal durch den maurischen Einfluss sehr süß. Zu den Spezialitäten zählen ferner Caldeirada (eine Fischsuppe), Sopa alentejana (eine Suppe mit Brot, Ei, Koriander, Knoblauch und Olivenöl). Suppe hat in der Portugiesische Küche im allgemeinen einen etwas „höheren“ Stellenwert und wird unter anderem auch in Schnellrestaurants angeboten. Für seinen Wein ist Portugal bekannt, seit der Römerzeit wird Portugal mit dem Gott des Weines und der Feste, Bacchus/Dionysos, assoziiert. Auch heute gehören einige von Portugals Weinen zu den besten der Welt. Zwei Weinspezialitäten sind der spritzig-moussierende Vinho Verde und der Portwein.
Musik
Die wichtigste Musikform Portugals ist der Fado, der sehr melancholisch sein kann und deshalb teilweise für das Klischee der melancholischen Portugiesen (gegenüber den temperamentvollen Spaniern) verantwortlich ist. Diese Musik geht eng einher mit saudade (etwa: Sehnsucht), und ist wahrscheinlich durch die Vermischung der Lieder von portugiesischen Seefahrern mit den Rhythmen afrikanischer Sklaven entstanden. Hierbei unterscheidet man zwei Stilformen, nämlich den Fado von Lissabon und jenen von Coimbra. Amália Rodrigues war die bedeutendste Fado-Künstlerin, nach ihrem Tod sind mehrere neue Künstler aus ihrem Schatten getreten und bringen neue Formen des Fado hervor, die teilweise nur noch die saudade mit dem ursprünglichen Fado gemein haben. In den früheren Kolonien Portugals hat sich der Fado ebenfalls verbreitet und sich zur kapverdischen Morna einer Cesária Évora und zum brasilianischen Choro weiterentwickelt. Die heute im deutschsprachigen Raum bekannteste, vom Fado beeinflusste, Gruppe ist Madredeus mit der Sängerin Teresa Salgueiro. Aus der Zeit des faschistischen Estado Novo unter Salazar stammt eine Liedermachertradition. Bekannteste Vertreter dieser Protestbewegung sind José Afonso (häufig Zeca genannt) und Sérgio Godinho. Von José Afonso stammt die Interpretation des Liedes Grândola, Vila Morena, welches in der Nacht der Nelkenrevolution und darüber hinaus eine große politische Symbolwirkung entfaltete. Im Popmusik-Genre hat sich in Portugal der Hip Hop Tuga entwickelt, der eine an Portugal adaptierte Version des Hip-Hop ist und unter den Jugendlichen sehr populär ist. Über die Landesgrenzen hinaus konnte sich der Rock und Blues Sänger, Gitarrist und Komponist Rui Veloso einen Namen machen. Jede Region Portugals besitzt ihren eigenen Folklorestil (Ranchos Folclóricos). Die portugiesische Musik- und Tanztradition hat sich in Brasilien mit den Traditionen der Sklaven aus dem heutigen Angola zur Samba gemischt und ist auch in Portugal sehr populär. Vor allem unter angolanischen Einwanderern ist auch der Kuduro sehr beliebt. Hierbei handelt es sich um eine Musikrichtung welche unter anderem Einflüsse des Sungura sowie des Afro Zouk beinhaltet. Der Rhythmus ist schnell und hart. Die beliebte und verbreitete Kizomba ist eine Mischform aus dem angolanischen Semba und Zouk. Es handelt sich in der Regel um romantische Lieder mit entsprechend langsamen Rhythmen. Besonders populär sind diese beiden Musikrichtungen (jedoch die Kizomba im Besonderen) bei der jungen Generation der afrikanischen Einwanderer. In den vergangenen Jahren wurde diese Musikrichtung jedoch auch unter portugiesischen Jugendlichen immer beliebter und wird in vielen portugiesischen Diskotheken gespielt. Der Komponist, Musiker und Sänger Rão Kyao hat sich besonders in der Aufarbeitung des musikalischen Einflusses von indischer Musik (Goa, ehemalige portugiesische Kolonie), Musik aus Macao (ehemalige portugiesische Kolonie) und aus dem arabischen Raum sowie Nordafrika auf die portugiesische Musik und den Fado einen Namen gemacht.
Volksfeste
Im Juni finden in ganz Portugal Feste zu Ehren der drei Volksheiligen (Santos Populares) statt. Diese drei Heiligen sind Antonius, Johannes und Petrus. Gefeiert wird mit Wein, água-pé (Most), traditionellem Brot mit Sardinen, Straßenumzügen und -tänzen, Hochzeiten, Feuer und Feuerwerk sowie viel guter Laune. Santo António wird in der Nacht vom 12. auf den 13. Juni gefeiert, vor allem in Lissabon (wo dieser Heilige geboren wurde und lebte), wo eine Art Straßenkarneval (Marchas Populares) stattfindet. Es finden auch Hochzeiten, die Casamentos de Santo António, statt. Der populärste Heilige ist São João (hl. Johannes), für den am Johannistag vor allem in Porto und Braga gefeiert wird, wobei es Sardinen und Caldo Verde (eine traditionelle Suppe). Zu Ehren von São Pedro wird am 28. und 29. Juni gefeiert, besonders in Póvoa de Varzim und Barcelos, wobei diese Feste dem Meer gewidmet sind und man verwendet dabei viel Feuer (fogeiras) und wiederum findet eine Art Straßenkarneval statt.

Sport
Fußball ist der bekannteste, beliebteste und am meisten ausgeübte Sport in Portugal. Der portugiesische Fußball hat Weltklassespieler wie Eusébio, Nené, Paulo Sousa, Rui Costa, Cristiano Ronaldo, Vítor Baía, Deco, Fernando Meira oder Luís Figo hervorgebracht. Im Jahr 2004 wurde die Fußball-Europameisterschaft in Portugal ausgetragen, bei der die portugiesische Nationalmannschaft nach Griechenland Vize-Europameister wurde. Bei der EM 2008 in Österreich und der Schweiz schied die portugiesische Nationalmannschaft im Viertelfinale gegen Deutschland aus dem Turnier aus. Ein internationaler Titel im Fußball gelang den Portugiesen allerdings noch nie. In der wahrscheinlich letzten WM von Luis Figo wollte der Altstar aus der goldenen Generation Portugals nun endlich den ersten Titel in der A-Nationalmannschaft schaffen. Nachdem man bereits die Niederlande und England geschlagen hatte, scheiterte Portugal am 5. Juli 2006 doch noch mit einem 0:1 gegen Frankreich im Halbfinale. Am 8. Juli verlor Portugal auch das kleine Finale um den dritten Platz gegen Deutschland. Das Erreichen des dritten Platzes bei der WM 1966 bleibt daher der bisher größte Erfolg in der portugiesischen Fußballgeschichte. Neben Fußball sind noch Futsal und Strandfußball beliebt, wobei Portugal auch dort Erfolge zu verzeichnen hat. Außerdem sind portugiesische Sportler international im Marathonlauf, Beachvolleyball und Rollhockey erfolgreich. Ganzjährig bieten die Küsten im Süden und Westen ideale Bedingungen zum Wellenreiten. Einige der besten Surfspots Europas ziehen Surfer aus aller Welt an. Es gibt in Portugal noch eine traditionelle Sportart mit dem Namen Jogo do pau.

Bibliothekswesen
Portugal verfügt über eine lange historische Bibliothekstradition, ausgehend von mittelalterlichen und klösterlichen Sammlungen. So entwickelten sich bis heute vielfältige Bibliothekstypen, wie wissenschaftliche Bibliotheken, Universitätsbibliotheken, öffentliche Bibliotheken, Bibliotheken der zentralen Verwaltung und Spezialbibliotheken. Die genaue Anzahl von Bibliotheken und der Gesamtbestand an Medien ist nicht bekannt. (Die LIB2-Studie von 1986 ermittelte 556 portugiesische Bibliotheken.) Systematische und methodische Arbeiten zur Förderung des öffentlichen Bibliothekswesens und der Bibliothekswissenschaft begannen am Ende des 19. Jahrhunderts. In der Zeit des Estado Novo (1928-1974) war die Bedeutung der Bibliotheken und die Bibliotheksarbeit selbst durch Zensur und Restriktionen stark eingeschränkt. Dadurch gibt es bis heute Defizite in der Entwicklung des Bildungs– und Bibliothekssystems. Nach der Nelkenrevolution 1974 kam es zur Demokratisierung im Bildungs- und Kulturbereich. Ein Ergebnis der jahrzehntelangen Diktatur war eine mangelnde Volksbildung und das Problem des Analphabetismus, die auch eine systematische Erwachsenenbildung und Leseförderung nötig machte. Die ebenso besorgniserregende Situation der öffentlichen Bibliotheken hatte zahlreiche Initiativen und Neuregelungen innerhalb des Bibliothekswesens zur Folge, z. B. 1983 das „Manifest des öffentlichen Lesens“. 1986 wurde dies durch eine Gesetzgebung zur Schaffung und Koordinierung eines Netzes des öffentlichen Lesens untermauert. Gleichzeitig kam es zur in Portugal erst relativ spät beginnenden Automatisierung der Bibliotheksarbeit und dem Einsatz moderner Informationstechnik. Hierbei hatten die Universitätsbibliotheken und die Nationalbibliothek „Biblioteca Nacional de Lisboa“ eine Vorreiterrolle. Letztere war die erste öffentliche Bibliothek, die 1796 als Königlich-öffentliche Hofbibliothek gegründet wurde. Sie betreibt z. B. die nationale bibliographische Datenbank PORBASE. Diese enthält über 1 Million Titeleinträge, 800.000 Verfassereinträge von ca. 134 Bibliotheken und Dokumentationszentren und die Portugiesische Nationalbibliographie. Die Nationalbibliothek und vermutlich auch fast alle anderen Bibliotheken arbeiten mit dem Bibliothekssystem CDS/ISIS und dem Datenaustauschformat UNIMARC. Eine Archivar- und Bibliothekar-Ausbildung ist über ein Studium an den staatlichen Universitäten Coimbra, Lissabon und Porto möglich. Einige zum Teil staatliche Institutionen übernehmen Koordinierungsaufgaben und unterstützen die Förderung des portugiesischen Buches und die Kooperation und Unterstützung von Bibliotheken. Durch umfangreiche innovative Arbeiten der letzten Jahre hat das portugiesische Bibliothekswesen weitgehend den Anschluss an europäische und internationale Standards geschafft. Noch existierende Defizite sollen in Zukunft, durch weitere Förderung des Lesens und der Bibliotheken und durch internationale Zusammenarbeit, weiter abgebaut werden.

Medien
Es gibt vier Hauptfernsehkanäle, die im ganzen Land per Antenne empfangen werden können, und zwar RTP1 und RTP2, die vom staatlichen portugiesischen Rundfunk Rádio e Televisão de Portugal (RTP) betrieben werden, sowie die privaten Kanäle SIC (Sonae Group) und TVI (Media Capital, davon 32 % RTL-Group). Das Programm wird bei allen diesen Sendern außer RTP2 von brasilianischen und portugiesischen Telenovelas und Action-Serien dominiert; die Nachrichten sind in hohem Maße auf Portugal ausgerichtet. Fremdsprachige Spielfilme werden fast nie synchronisiert, sondern mit Untertiteln gezeigt. Der Auslandssender RTP-Internacional kann auch in Mitteleuropa empfangen werden und zeigt eine Auswahl von allen vier Programmen. Daneben gibt es noch eine Vielzahl von Kabelkanälen, die jedoch nur in den urbanen Zentren empfangen werden können. In Portugal gibt es etwa 150 Radiostationen, wobei die Sender der RTP und der katholische Sender Rádio Renascença landesweit zu empfangen sind. Die RTP ist über Kurzwelle auch in Mitteleuropa zu hören, allerdings nur auf Portugiesisch. Unter den zahlreichen Zeitungen, die in Portugal gedruckt werden, findet momentan ein Konsolidierungsprozess statt, bei welchem wohl viele der kleinen Blätter auf der Strecke bleiben werden. Die bedeutendsten Zeitungen sind der konservativ-liberale Diário de Notícias, der linksliberale Público (beide aus Lissabon) und das Jornal de Notícias aus Porto, die alle täglich erscheinen, sowie die Wochenzeitung Expresso und das politische Wochenmagazin Visão. Sehr große Auflagen haben Sportzeitungen, die täglich erscheinen und sich fast ausschließlich mit Fußball beschäftigen – die bedeutendsten sind O Jogo, A Bola und Record. Im Bereich der Klatschpresse sind die wöchentlich erscheinenden Magazine Maria und Nova Gente die auflagenstärksten Publikationen.

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